Das Nicotin der Zigarette macht abhängig. Der gleiche Wirkstoff in den Nicotinersatzprodukten befreit jedoch Tausende von Menschen von der Nicotinabhängigkeit. Wie ist dies möglich? Die Erklärung liegt bei der Geschwindigkeit, mit der das Nicotin ins Blut und danach ins Gehirn gelangt.

Nicotin bindet im Gehirn an die Oberfläche von bestimmten Nervenzellen und löst Signale aus , die beim Raucher Empfindungen erzeugen: Glücksgefühle, Lösen von Anspannung und Stress, Stärkung der Konzentration. Der Raucher gewöhnt sich an das Nicotin und wird abhängig. Fehlt das Nicotin (bei Rauchstopp oder reduziertem Rauchen) kommt es zu Entzugserscheinungen - der Körper verlangt erneut nach Nicotin.

Je schneller das Nicotin das Gehirn errreicht und je höher die erreichte Konzentration dort ist, desto stärker bildet sich die Abhängigkeit heraus.

Ein Wirkstoff, der geraucht oder eingeatmet wird, erreicht schneller das Gehirn als ein Wirkstoff, der über die Haut oder Schleimhaut ins Blut gelangt. Der eingeatmete Wirkstoff kommt in die Lunge und dort durch die dünnwandigen Bronchien direkt ins Blut. Dieses Blut ist mit Sauerstoff angereichert und wird vom Herz an alle Organe, darunter auch das Gehirn, gepumpt. Zwischen dem Einatmen des Rauches und dem Eindringen des Nicotins ins Gehirn vergehen nur 8 bis 10 Sekunden.

Der Wirkstoff, der über die Haut ins Blut gelangt, hat einen viel längeren Weg. Zuerst wird das Blut vom Herz zur Lunge gepumpt. Dort bereichert es sich mit Sauerstoff und fließt ein zweites Mal zum Herz. Erst dann wird das Blut mit dem Wirkstoff zu den anderen Organen gepumpt. Dieser Ablauf dauert 30 bis 60 Sekunden. Der Wirkstoff erreicht das Gehirn somit in kleineren Mengen und über längere Zeit.

Die Nicotinkonzentration im Blut steigt beim Rauchen einer Zigarette innerhalb von 5 bis 7 Minuten schnell bis auf einen Spitzenwert an. Ist die Zigarette fertig geraucht, fällt die Nicotinkonzentration relativ rasch ab. Nach einer Stunde ist sie auf die Hälfte, nach zwei Stunden auf ein Viertel des anfänglichen Spitzenwertes gefallen.

Die Nicotinkonzentration der Nicotinersatzprodukte ist insgesamt weniger hoch und steigt weniger schnell, als beim Rauchen einer Zigarette. 

Die Nicotin-Kaugummis, der Inhaler und die Microtablette haben eine schnellere Wirkung als das TX Pflaster, weil der Wirkstoff im Mund freigesetzt wird, dort von der Schleimhaut aufgenommen wird und in 2 bis 3 Minuten ins Blut fließt. Deshalb eignen sich Kaugummi und Microtab auch bei plötzlichem Rauchverlangen.

Im Vergleichdazu gibt das TX Pflaster Nicotin etwas langsamer ab. Eine Stunde kann vergehen bis die maximale Nicotinkonzentration im Blut, welches zirka einem Drittel der „Nicotinkonzentration“ einer Zigarette entspricht, erreicht wird. 

Die Langsamkeit mit dem die Nicotinersatzprodukte das Nicotin dem Körper zuführen erklärt auch das geringe Risiko, bei ihrer Verwendung eine Nicotinabhängigkeit zu entwickeln.

Die Dosierung der Nicotinersatzprodukte

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