Es wird unterschieden zwischen der körperlichen Abhängigkeit, der psychischen Abhängigkeit und der Abhängigkeit auf der Verhaltensebene . Die körperliche Abhängigkeit beruht auf einem vor allem im Gehirn aktiven Wirkstoff (z. B. das Nicotin in den Zigaretten). Bei der psychischen Abhängigkeit und der Abhängigkeit auf der Verhaltensebene spielen unterschiedliche Faktoren ein Rolle: Man raucht weil man sich in einer besonderen Stimmung oder bestimmten Situation ist. Manche Raucher verspüren ein Rauchverlangen, weil Sie mit anderen Rauchern zusammen sind. Andere zünden sich eine Zigarette beim Lesen, vor dem Computer, bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein oder Bier an.

Diese Abhängigkeitstypen stellen nur ein Modell dar und noch dazu ein relativ altes. Viele zeitgenössische Forscher sind der Meinung, dass man trotz ihrer Komplexität die Abhängigkeit nicht in verschiedene Typen unterteilen sollte. Der Hauptgrund ist, dass es keine klaren Trennlinien zwischen den Abhängigkeitstypen gibt. Dennoch werden wir die verschiedenen Abhängigkeitstypen einzeln ansehen. Dabei vergessen wir jedoch nicht, dass wir wahrscheinlich die gleiche Realität nur aus verschiedenen Perspektiven betrachten.

Die körperliche oder pharmakologische Abhängigkeit ist, bei den regelmäßigen Rauchern, auf die Vermehrung der „Nicotinrezeptoren“ an der Oberfläche ihrer Gehirnzellen zurückzuführen. Diese Rezeptoren werden „Nicotinrezeptoren“ genannt, weil sie während des Rauchens besonders empfänglich für den Wirkstoff Nicotin sind.

Unter natürlichen Umständen ist kein Nicotin im Körper. Die „Nicotinrezeptoren“ empfangen ursprünglich den Botenstoff Acetylcholin. Das Acetylcholin befindet sich im ganzen Körper und in größeren Mengen im Gehirn und in den Muskeln.

Bei nicotinabhängigen Rauchern wurde gezeigt, dass die Anzahl der „Nicotinrezeptoren“ nach dem Rauchstopp nur langsam abnimmt und das Niveau der Nichtraucher erst nach 6 bis 12 Monaten erreicht.

Die starken Symptome der körperlichen Nicotinabhängigkeit, die Entzugserscheinungen,  verschwinden je nach Abhängigkeitsgrad jedoch schon 1 bis 2 Monate nach dem Rauchstopp. Nicotinersatztherapien sollten deshalb über zwei besser noch drei Monate geführt werden.

Die psychische Abhängigkeit dauert länger als die körperliche Abhängigkeit und ist schwieriger zu erfassen. Raucher, die psychisch abhängig sind brauchen eine Zigarette, um nachdenken zu können, um sich zu beruhigen oder um sich besser zu fühlen. Manche Raucher glauben, dass Sie ohne Zigaretten nicht leben könnten. Die psychische Abhängigkeit dauert in der Regel 6 bis 12 Monate.

Die Abhängigkeit auf der Verhaltensebene ist eng verbunden mit der psychischen Abhängigkeit. Sie bezieht sich auf die alltäglichen Gesten. Die regelmäßigen Raucher führen während einem einzigen Tag ihre Hand mit der brennenden Zigarette mehrere hundert Mal zum Mund. Deshalb wird Rauchern empfohlen, während den ersten Wochen nach dem Rauchstopp-Tag Kaugummis zu kauen, Bonbons zu essen, ihre Hände zu beschäftigen und immer einen Gegenstand mit sich zu tragen, der das Zigarettenpaket ersetzt.

Das Konzept der Oralität vergleicht den Genuss, den ein Raucher beim Rauchen einer Zigarette verspürt mit den ersten Genussempfindungen und der Befriedigung eines Neugeborenen an der mütterlichen Brust. Die Zigarette steht, besser noch als die Mutterbrust, immer zur Verfügung. Sie dient wie auch die frühere Mutterbrust der Bekämpfung von allen Sorten von Ängsten. Die Theorie besagt auch, dass Raucher mit einer oralen Problematik einer größeren Versuchung unterliegen, ihren Rauchentzug durch Essen oder Alkohol wettzumachen.

Allgemein besteht die Abhängigkeit bei Rauchern aus einer Mischung der drei Abhängigkeitstypen.

Die Wirkung des Nicotins

Neuerdings wurde herausgefunden, wie das Nicotin im Gehirn die verschiedenen Abhängigkeitstypen verbindet. Das Nicotin steigert die Aufmerksamkeit der Raucher für jegliche Art von Zeichen in Bezug auf Tabak (Gerüche, visuelle Zeichen, Stimmung). Das Nicotin verstärkt die unbewusste Verbindung zwischen diesen Zeichen und der Handlung zu Rauchen.



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